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Von ESXi zu Proxmox: was eine Migration wirklich kostet

Broadcom hat die VMware-Preise vervielfacht. Was der Umstieg auf Proxmox wirklich kostet, Block fuer Block ehrlich gerechnet.

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Edin Kovacevic
3 min read
Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft von shinpo IT
Von ESXi zu Proxmox: was eine Migration wirklich kostet

Seit Broadcom die VMware-Lizenzen umgestellt hat, bekommen wir regelmäßig dieselbe Frage: "Was kostet uns der Wechsel auf Proxmox wirklich?" Die ehrliche Antwort: weniger als viele befürchten, aber mehr als null. In diesem Artikel rechnen wir die Kostenblöcke einer typischen Migration durch, so wie wir sie bei kleinen und mittleren Unternehmen tatsächlich durchführen.

Warum überhaupt wechseln?

Der Auslöser ist fast immer derselbe: Die VMware-Rechnung. Nach der Übernahme durch Broadcom wurden Dauerlizenzen abgeschafft, kleine Pakete gestrichen und die Preise teils vervielfacht. Wer bisher mit dem kostenlosen ESXi oder einer Essentials-Lizenz gefahren ist, steht plötzlich vor Abo-Kosten, die für einen Betrieb mit zwei oder drei Servern schlicht nicht verhältnismäßig sind.

Proxmox VE ist eine ausgereifte Alternative: Open Source, seit über 15 Jahren am Markt, mit optionalem Hersteller-Support aus Wien. Die Virtualisierung selbst (KVM) ist dieselbe Technik, auf der auch große Cloud-Anbieter aufbauen. Für den typischen KMU-Einsatz mit Windows-Servern, Domänencontroller, Dateiserver und ein paar Fachanwendungen fehlt Proxmox nichts Relevantes.

Wie eine Migration tatsächlich abläuft

Der Ablauf ist bei uns immer gleich strukturiert, weil sich das bewährt hat:

1. Bestandsaufnahme. Welche virtuellen Maschinen laufen, wie groß sind sie, welche Abhängigkeiten gibt es? Klingt banal, aber hier tauchen regelmäßig Überraschungen auf: vergessene Test-VMs, eine alte Anwendung, die niemand mehr kennt, oder ein Backup, das seit Monaten fehlschlägt und es niemandem aufgefallen ist.

2. Zielumgebung aufbauen. Entweder auf neuer Hardware (sauberster Weg) oder auf einem freigeräumten Bestandsserver. Proxmox wird installiert, Netzwerk und Storage eingerichtet, und ganz wichtig: das Backup zuerst. Wir setzen dafür auf Proxmox Backup Server (PBS), der inkrementelle, deduplizierte Backups macht und Wiederherstellungen einzelner Dateien erlaubt. Erst wenn das Backup nachweislich funktioniert, wird migriert.

3. Migration je VM. Die virtuellen Festplatten werden vom ESXi exportiert und in Proxmox importiert. Bei Windows-VMs kommen danach die VirtIO-Treiber dazu, damit Netzwerk und Festplatte mit voller Geschwindigkeit laufen. Pro VM planen wir ein Wartungsfenster, meist reicht ein Abend. Kritische Systeme wie der Domänencontroller kommen zuletzt, wenn der Ablauf schon eingespielt ist.

4. Parallelbetrieb. Der alte ESXi bleibt einige Wochen ausgeschaltet, aber startbereit stehen. Das ist die Versicherung: Falls eine Anwendung doch Probleme macht, kann die alte VM kurzfristig wieder hochgefahren werden. In der Praxis brauchten wir das selten, aber es beruhigt alle Beteiligten.

5. Nacharbeiten. Monitoring einrichten, Backup-Zeitpläne feinjustieren, Dokumentation aktualisieren, alte Hardware sauber außer Betrieb nehmen.

Die ehrlichen Kostenblöcke

Jetzt zu den Zahlen. Eine Migration besteht aus vier Blöcken:

Analyse und Planung: je nach Umgebungsgröße ein halber bis ganzer Arbeitstag. Hier wird entschieden, was migriert wird, in welcher Reihenfolge und mit welchen Wartungsfenstern.

Migration je VM: der größte Block. Eine unkomplizierte Windows-VM ist in ein bis zwei Stunden umgezogen, inklusive Treiber und Funktionstest. Eine VM mit großer Datenplatte oder einer heiklen Fachanwendung kann auch einen halben Tag brauchen. Bei zehn VMs landet man realistisch bei zwei bis vier Arbeitstagen.

Parallelbetrieb: kostet vor allem Strom und etwas Aufmerksamkeit, aber kaum Arbeitszeit. Einplanen sollte man ihn trotzdem, denn er verhindert teure Hauruck-Aktionen.

Nacharbeiten: ein bis zwei Tage für Backup-Verifikation, Monitoring und Dokumentation. Dieser Block wird am häufigsten gestrichen und das rächt sich später fast immer.

Dem gegenüber steht die Ersparnis: keine VMware-Abokosten mehr. Ein optionales Proxmox-Support-Abo kostet einen Bruchteil dessen, was Broadcom heute für vergleichbare Umgebungen verlangt. Bei den meisten unserer Kunden hat sich die Migration innerhalb von ein bis zwei Jahren allein über die Lizenzkosten bezahlt gemacht.

Was oft unterschätzt wird

Drei Punkte, die in keinem Angebot fehlen sollten: Erstens das Backup-Konzept. Wer von Veeam kommt, muss wissen, dass die gewohnte Lösung mit Proxmox erst seit kurzem zusammenarbeitet; PBS ist die native und in unseren Augen bessere Wahl. Zweitens die VirtIO-Treiber bei Windows: ohne sie läuft die VM, aber spürbar langsamer. Drittens Wissen im Haus: Die Oberfläche ist anders, die Konzepte ähneln sich aber stark. Eine kurze Einweisung für die Person, die intern Erstkontakt bei IT-Fragen ist, gehört bei uns immer dazu.

Fazit

Eine ESXi-zu-Proxmox-Migration ist kein Hexenwerk, aber auch kein Nachmittagsprojekt. Wer mit einer realistischen Planung, einem funktionierenden Backup und einem geordneten Parallelbetrieb arbeitet, bekommt eine Virtualisierungsplattform ohne Lizenzdruck, die technisch auf Augenhöhe ist. Der Lizenzschock von Broadcom war für viele Betriebe ärgerlich; für die meisten war er rückblickend der Anstoß zu einer besseren und günstigeren Lösung.

Fragen dazu? [email protected]

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Edin Kovacevic

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