Offsite-Backups für KMU: warum die NAS im Keller keine Sicherheit bietet
Warum lokale NAS-Backups allein nicht reichen, was die 3-2-1-Regel bedeutet und was ein gutes Offsite-Backup fuer kleine Unternehmen realistisch kostet.
Eine NAS im Serverraum, die jede Nacht die Daten sichert: So sieht die Backup-Strategie in vielen kleinen Unternehmen aus. Das ist besser als nichts, und für den häufigsten Fall, eine versehentlich gelöschte Datei, funktioniert es meistens auch. Als alleinige Absicherung reicht es trotzdem nicht. In diesem Artikel erklären wir, wo die Lücken liegen, was die 3-2-1-Regel bedeutet und was ein gutes Offsite-Backup für ein kleines Unternehmen realistisch kostet.
Wo die NAS im Keller an ihre Grenzen kommt
Drei Szenarien, die uns in der Praxis immer wieder begegnen:
Erstens: Verschlüsselungstrojaner. Moderne Schadsoftware verschlüsselt nicht nur den Rechner, auf dem sie gestartet wurde. Sie sucht gezielt nach erreichbaren Netzlaufwerken und Sicherungszielen. Die NAS ist im Netzwerk sichtbar und beschreibbar, sonst könnte sie keine Backups empfangen, und genau deshalb wird sie mitverschlüsselt. In vielen Fällen, die uns geschildert werden, waren Originaldaten und Sicherung am Ende gleichermaßen unbrauchbar. Das Backup war vorhanden, aber wertlos.
Zweitens: der Standort selbst. NAS und Server stehen oft im selben Raum, fast immer im selben Gebäude. Ein Wasserschaden, ein Einbruch mit Diebstahl der Hardware oder ein Feuer betrifft dann beides gleichzeitig. Das sind seltene Ereignisse, aber sie kommen vor, und wenn sie eintreten, sind Original und Kopie gemeinsam verloren. Eine Versicherung ersetzt die Geräte, nicht die Daten. Und genau die Daten sind es, an denen der Betrieb hängt: Mandantenakten, Buchhaltung, Auftragshistorie.
Drittens: das leise Löschen. Wer eine Synchronisation als Backup versteht, etwa einen Ordnerabgleich zur NAS oder in einen Cloud-Speicher, synchronisiert auch Fehler. Eine gelöschte oder überschriebene Datei verschwindet beim nächsten Abgleich ebenfalls aus der Kopie. Ein echtes Backup bewahrt dagegen ältere Stände über Wochen oder Monate auf, sodass sich auch ein Fehler von vor drei Wochen noch zurückholen lässt.
Die 3-2-1-Regel, einfach erklärt
Die bewährte Faustregel für Backups lautet 3-2-1: drei Kopien der Daten, auf zwei unterschiedlichen Systemen, davon eine außer Haus.
Übersetzt für einen typischen Betrieb: Die erste Kopie sind die Arbeitsdaten auf dem Server, mit denen täglich gearbeitet wird. Die zweite ist das lokale Backup, zum Beispiel auf der NAS, denn für die schnelle Wiederherstellung einer einzelnen Datei ist sie unschlagbar praktisch. Die dritte Kopie liegt außerhalb des Gebäudes, in einem Rechenzentrum. Diese dritte Kopie ist die, auf die es ankommt, wenn die ersten beiden gleichzeitig betroffen sind. Die NAS im Keller erfüllt also einen Teil der Regel, aber eben nur einen Teil.
Was ein gutes Offsite-Backup ausmacht
Vier Eigenschaften trennen eine verlässliche Lösung von einer Beruhigungspille:
Automatisch. Alles, was manuell angestoßen werden muss, etwa eine Festplatte, die freitags jemand mit nach Hause nimmt, schläft nach ein paar Wochen ein. Die Sicherung muss ohne Zutun laufen und sich melden, wenn sie fehlschlägt. Ein Backup, dessen Ausfall niemandem auffällt, ist keines.
Verschlüsselt. Die Daten werden vor der Übertragung verschlüsselt, nicht erst im Rechenzentrum. Der Betreiber des Speichers kann sie damit nicht lesen. Für Kanzleien und andere Berufe mit Verschwiegenheitspflicht ist das keine Option, sondern Voraussetzung.
EU-Standort. Wo die Daten liegen, entscheidet, welches Recht gilt. Ein Rechenzentrum in der EU mit einem europäischen Betreiber macht die Frage nach Datenschutz und Auftragsverarbeitung deutlich einfacher als ein Dienst, dessen Serverstandort sich nur vage bestimmen lässt.
Getestet. Der wichtigste und am häufigsten übersprungene Punkt: Regelmäßig wird eine Wiederherstellung geprobt, nicht nur der Sicherungslauf kontrolliert. Erst der Restore-Test zeigt, ob die Daten vollständig sind und wie lange eine Wiederherstellung tatsächlich dauert. Diese Dauer sollte man kennen, bevor man sie braucht, denn sie entscheidet darüber, ob der Betrieb nach einem Vorfall Stunden oder Tage steht.
Was das realistisch kostet
Die ehrliche Antwort: weniger, als die meisten erwarten. Für einen kleinen Betrieb mit einigen hundert Gigabyte bis wenigen Terabyte Daten liegt ein verschlüsseltes, automatisches Offsite-Backup in einem EU-Rechenzentrum typischerweise im Bereich von 20 bis 100 Euro pro Monat, abhängig von Datenmenge und Aufbewahrungsdauer. Dazu kommt einmalig die Einrichtung, meist ein halber bis ganzer Arbeitstag, sowie ein kleiner laufender Aufwand für die Kontrolle der Sicherungen und die Restore-Tests. Verglichen mit dem Stillstand, den ein Datenverlust verursacht, von den Kosten einer Rekonstruktion aus Papierakten ganz zu schweigen, ist das eine der günstigsten Versicherungen im IT-Budget.
Fazit
Die NAS im Keller ist ein sinnvoller Baustein, aber kein Sicherheitskonzept. Wer seine Backup-Strategie an der 3-2-1-Regel ausrichtet, eine verschlüsselte Kopie außer Haus gibt und die Wiederherstellung regelmäßig testet, hat das Thema mit überschaubarem Aufwand solide gelöst. Wir betreiben solche Offsite-Backups für unsere Kunden in EU-Rechenzentren und prüfen die Wiederherstellung mit. Ein Erstgespräch dazu kostet nichts: www.shinpo.io/kontakt
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